Alter von Reifen
Wie lange darf ein ungebrauchtes Produkt eigentlich
als Neuware verkauft werden?Eine interessante Frage, die in vielen Branchen
nicht eindeutig beantwortet werden kann. Beim Kauf eines Joghurts weiß der
aufgeklärte Verbraucher sofort: Finger weg, wenn das aufgedruckte
Mindethaltbarkeitsdatum um mehr als die persönliche Toleranzgrenze
überschritten ist. Wie ist es aber zum Beispiel um die "Verfallbarkeit"
eines Autoreifens bestellt?
Eine vom Wirtschaftsverband der Deutschen Kautschukindustrie herausgegebene
Leitlinie zu Pkw-Reifen sagt hierzu: "Reifen altern aufgrund physikalischer
und chemischer Prozesse. Das gilt auch für nicht oder wenig benutzte Reifen.
Um diesem Prozess entgegenzuwirken, werden den Mischungen Substanzen
beigegeben, die leistungsmindernde chemische Reaktionen mit Sauerstoff und
Ozon verhindern. Damit ist gewährleistet, dass auch ein mehrere Jahre
sachgemäß gelagerter Reifen der Spezifikation eines Neureifens entspricht
und in seiner Verwendungstauglichkeit nicht beeinträchtigt ist."
Auf Initiative und unter Federführung des Bundesverbandes Reifenhandel und
Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV) haben im September 2001 maßgebliche
Vertreter der deutschen Reifenindustrie ein klares gemeinsames Statement zu
der in der Vergangenheit oft diskutierten und immer wieder unterschiedlich
interpretierten Frage erarbeitet, wie lang der "mehrere Jahre" umfassende
Zeitraum im Sinne dieser Leitlinie maximal sein darf.Die Unternehmen
Bridgestone/Firestone, Continental, Dunlop, Goodyear, Michelin und Pirelli
geben Kfz-Haltern wie Reifenhändlern einhellig die Empfehlung: Achten Sie
darauf, dass bei Kauf/Verkauf von Pkw-Reifen das Produktionsdatum nicht
länger als fünf Jahre zurück liegt!Das heißt im Umkehrschluss, das ein
ungebrauchter Reifen - sachgemäße Lagerung natürlich vorausgesetzt - bis zu
fünf Jahre ab Produktionsdatum noch als neuwertig gilt und insofern auch als
Neureifen verkauft werden darf.
Zwar schließt dieses Grundsatz-Statement nicht aus, dass bei hinreichender
Kenntnis der Einsatzbedingungen auch Reifen montiert werden können, die beim
Ersteinsatz älter als fünf Jahre sind. Dennoch haben nun sowohl Reifenhandel
als auch Verbraucher erheblich größere Rechtssicherheit - denn wer sonst als
die Hersteller selbst hätte unter Berücksichtigung der Gewährleistungs- und
Produkthaftungsgesetze eindeutige und damit im Sinne dieser Gesetze gültige
Aussagen machen können?
Das Produktionsdatum der Reifen "verrät" übrigens die in die Seitenwand des
Reifens eingeprägte vierstellige DOT-Nummer. Steht hier hinter "DOT" und den
zwei darauf folgenden vierstelligen Buchstabenkombinationen zum Beispiel
eine 2200, bedeutet dies, dass der Reifen in der 22. Kalenderwoche des
Jahres 00 (sprich: 2000) gefertigt wurde.
Unabhängig vom Herstelldatum beginnt die gesetzliche Gewährleistungspflicht
übrigens grundsätzlich erst mit dem Kauf des Reifens zu laufen!
Doch nicht nur beim Kauf von Neureifen empfiehlt sich der Blick auf den
Jahrgang. Verantwortungsbewusste Autofahrer sollten auch ihre gebrauchten
Pneus von Zeit zu Zeit einer Alterskontrolle unterwerfen. Hier empfiehlt
nämlich die Industrie: nach zehn Jahren sollte Schluss sein! Pkw-Reifen, die
älter sind, sollten grundsätzlich nur noch benutzt werden, wenn sie vorher
ständig unter normalen Bedingungen im Einsatz waren. Und sie sollten auch
nicht mehr umgesteckt, sondern nur noch im laufenden Betrieb abgefahren
werden.
Die Zehn-Jahres-Regel gilt allerdings nur für Pkw. Reifen an Wohnwagen,
Anhängern oder anderen sogenannten Standfahrzeugen, die unter Druck bzw.
einer dauernden Belastung nicht regelmäßig bewegt werden, altern schneller.
Grundsätzlich gilt hier: Nach längeren Standzeiten und vor Reisen müssen
Reifen und Ersatzrad auf Funktionstauglichkeit geprüft werden. Für
Gespanne/Kombinationen aus Pkw (oder anderen mehrspurigen Kraftfahrzeugen
mit zulässigem Gesamtgewicht bis zu 3,5 t) mit Anhänger, die nach § 18 StVO
eine 100 km/h-Zulassung besitzen, schreibt der Gesetzgeber als Höchstalter
für die Reifen des Anhängers bindend sechs Jahre vor. Der BRV empfiehlt,
auch Reifen an anderen Fahrzeugen der Kategorie "Standfahrzeuge" sowie
Ersatzreifen nach sechs, spätestens jedoch nach acht Jahren auf jeden Fall
zu ersetzen.
Autofahrer, die sich bezüglich des Alters und Zustandes ihrer Reifen nicht
auf den eigenen Augenschein verlassen, sondern wirklich auf Nummer Sicher
gehen wollen, sollten ihren fahrbaren Untersatz regelmäßig vom
Reifenspezialisten checken lassen. Auch für die Überwinterung der
Sommerbereifung bzw. den "Sommerschlaf" der Winterreifen empfiehlt sich die
Inanspruchnahme des Fachmanns. Denn die professionell organisierten
Reifenlagerung, die der Reifenfachhandel gegen eine vergleichsweise geringe
Gebühr als Service anbietet, sichert nicht nur optimale Lebensdauer der
Pneus. Die mit dem Lagerservice verbundene Reifenprüfung durch den Profi
gewährleistet zudem, dass nur einwandfreie Reifen die Chance haben, beim
nächsten Saisonstart wieder zum Einsatz zu kommen
Auswuchten
Zur ordnungsgemäßen Montage von Reifen gehört auch das Auswuchten. Eine
Unwucht am Reifen von 10 g wirkt durch die Fliehkraft im Fahrbetrieb bei 100
km/h immerhin wie 2,5 kg. Erstes Anzeichen für eine Unwucht ist zumeist ein
Flattern des Lenkrades bei höheren Geschwindigkeiten.
Man unterscheidet zwei Arten des Auswuchtens:
- Stationäres Wuchten: Beim stationären Wuchten werden die Räder auf
eine Auswuchtmaschine gespannt und in Rotation versetzt. Auf diese Art
können ungleiche Masseverteilungen von Reifen und Felge festgestellt
werden. Man spricht von einer statischen Unwucht, wenn das Rad eine
schwere Seite hat. Zwei schwere Seiten, die sich an der Innen- und an der
Außenseite des Rades befinden, werden als dynamische Unwucht bezeichnet.
Diese Unwuchten werden individuell durch Gewichte ausgeglichen, die am Rad
befestigt werden.
- Elektronisches Feinwuchten am Fahrzeug: Auch wenn bereits stationär
ausgewuchtet wurde, kann ein laufruhiges Rad nach der Montage auf das
Fahrzeug erneut eine Unwucht aufweisen. Das liegt daran, dass das
statische und dynamische Auswuchten nur am Rad stattfindet. Beim
elektronischen Feinwuchten werden das Rad und die Radaufnahme als Einheit
betrachtet. Fertigungstoleranzen der Fahrzeugnabe, Restunwuchten der Nabe
und Unwuchten in der Bremstrommel bzw. Bremsscheibe werden dabei in den
Auswuchtvorgang mit einbezogen.
Fabrikatsbindung
Bis Februar 2000 waren in vielen Kfz-Scheinen neben den zugelassenen
Rad-/Reifenkombinationen auch klare Vorgaben über die zu verwendenden Marken
festgelegt, d.h. Autofahrer und auch Reifenhandel waren gezwungen bestimmte
Reifenfabrikate zu montieren, auch wenn es vielleicht in der gleichen
Dimension und Güte bessere oder preiswertere Modelle gegeben hätte.
Diese sogenannte Fabrikatsbindung wurde vom Bundesverkehrsministerium
aufgehoben. Durch diese Aufhebung haben die im Fahrzeugschein ggf.
enthaltenen Eintragungen keine direkte Rechtswirksamkeit mehr, sie sind nur
noch als Empfehlung anzusehen.
Dies bedeutet aber auch mehr Verantwortung für den -Fahrzeughalter/führer
gemäß Straßenverkehrszulassungs-Ordnung. Danach ist er verpflichtet, für den
verkehrssicheren Zustand des Fahrzeuges zu sorgen und somit auch
verantwortlich dafür, dass bei der Verwendung von Reifen unter Beachtung der
im Fahrzeugschein angegebenen Größenbezeichnungen keine Sicherheitsprobleme
entstehen.
Nur im Hochgeschwindigkeitsbereich sollte man sich weiterhin an die im
Fahrzeugschein eingetragenen Fabrikatsempfehlungen halten. Dieser
Hochgeschwindigkeitsbereich beginnt beim Geschwindigkeitsindex V und
betrifft besonders W-, Y- und ZR-Reifen.
Auch bei für den Straßenverkehr zugelassenen Sportautos, wie z.B.
Porsche, Ferrari oder Corvette, wird empfohlen, den Eintragungen in den
Fahrzeugpapieren bzw. den Empfehlungen der Automobilhersteller unbedingt
Folge zu leisten.
Füllgas/Stickstoff
Normale Luft entweicht allmählich durch die Innenschicht des Reifens nach
außen, es ist also durchaus normal, dass Reifen regelmäßig Luft verlieren
und der Luftdruck regelmäßig überprüft und korrigiert werden muss. Eine
Alternative zu herkömmlichen Luftbefüllungen ist Stickstoff — ein
ungiftiges, nicht brennbares Gas mit dickeren Molekülen als Luft. Die
geringen Kosten, die für eine Befüllung der Reifen mit Stickstoff anfallen,
amortisieren sich schnell. Der Reifendruck bleibt länger stabil, häufige
Kontrollen entfallen. Weitere Folgen sind geringerer Reifenverschleiß und
höchste Kilometerleistung, hohe Kurvensicherheit und optimale Bremswege.
Lässt auch mit einer Stickstofffüllung der Druck nach, können entweder
das Reifengas oder auch normale Luft nachgefüllt werden.
Ganzjahresreifen
Im Pkw-Bereich werden neben den Sommer- und Winterreifen auch sogenannte
Allwetter- oder Ganzjahresreifen angeboten. Namen wie "Allweather" oder "All
Season" deuten an, was auch ein spezielles Zeichen auf der Reifenflanke
deutlich macht: Schneeflocke, Blatt, Sonne und Regentropfen symbolisieren
die unterschiedlichen Witterungsbedingungen, für die der Ganzjahresreifen
geeignet ist.
Natürlich stellen diese Reifen einen Kompromiss dar, sie erreichen nicht
das hohe Niveau an Fahreigenschaften bei Wärme und Trockenheit bzw. Kälte
und Schnee wie die jeweiligen Spezialisten. Besonders für Autofahrer, die im
Flachland leben und ihr Auto bei ganz extremen Witterungsverhältnissen auch
einmal stehen lassen können, sind Ganzjahresreifen eine mögliche
Alternative.
Geschwindigkeitsindex/Speed Index
Die Kennzeichnung auf der Flanke jedes Reifens enthält unter anderem auch
einen Buchstaben, der Aufschluss gibt über die zulässige
Höchstgeschwindigkeit, für die dieser Reifen geeignet ist.
Beispiel: 195/65 R 15 H — das H steht für "bis 210 km/h".
Am häufigsten findet man im Pkw-Reifensegment die folgenden Buchstaben
für den Speed-Index:
| Q = 160 km/h |
R = 170 km/h |
| S = 180 km/h |
T = 190 km/h |
| H = 210 km/h |
V = 240 km/h |
| W = 270 km/h |
Y = 300 km/h |
| ZR = über 240 km/h |
|
Welche Reifen für Ihr Fahrzeug zugelassen sind, steht im Fahrzeugschein.
Kennzeichnung/Reifenaufschriften
Die gesetzlichen Regelungen sind in § 36 StVZO sowie der "Richtlinie für
eine einheitliche Reifenkennzeichnung" festgelegt.
Dort heißt es:
Reifen, gemeint sind Luftreifen für Fahrzeuge mit einer durch die Bauart
bestimmten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 40 km/h, müssen außer der
Fabrik- oder Handelsmarke folgende Aufschriften tragen:
- Reifennennbreite
- Nennquerschnittsverhältnis
- Reifenbauart
- Felgennenndurchmesser
- Tragfähigkeitskennzahl(en)
- Symbol(e) der Geschwindigkeitskategorie
- falls zutreffend: TUBELESS, M+S (M&S, M.S.), REINFORCED
- Herstellungsdatum (dreistellig, die ersten zwei Ziffern geben die
Herstellungswoche, die dritte Ziffer das Herstellungsjahr an).
Beispiel: 225/60 R 15 96 W
- 225 Breite des Reifens in mm
- 60 Verhältnis Höhe zu Breite des Reifens in Prozent
- R Kennzeichnung der Bauart (radial)
- 15 Felgendurchmesser in Zoll
- 96 Kennzahl für die Tragfähigkeit des Reifens
- W Kennzeichnung für die Geschwindigkeitsklasse (W = 270 km/h)
Die Fertigungswoche, das Fertigungsjahr und damit das Alter des Reifens
ist aus der Beschriftung, die mit den Buchstaben "DOT" beginnt, ersichtlich
(DOT steht übrigens für Department of Transport, d.h., dass damit die
Erfüllung des USA-Gesetzes FMVSS 119 bestätigt wird).
Bis zum Herstellungsjahr 1999 steht hinter "DOT" und den zwei darauf
folgenden vierstelligen Buchstabenkombinationen die dreistellige DOT-Nummer.
Die beiden ersten Ziffern geben dabei die Produktionswoche an, die letzte
Ziffer das Produktionsjahr. 434 bedeutet also z.B., dass der Reifen in der
43. Kalenderwoche 1994 hergestellt wurde. Zur Unterscheidung der
Jahresangabe haben die meisten Reifenhersteller für den Herstellungszeitraum
1990-1999 zusätzlich ein Dreieck hinter der DOT-Nummer angebracht.
Ab 2000 ist die DOT-Nummer vierstellig anzugeben, die beiden ersten Ziffern
geben dabei wiederum die Produktionswoche an, die letzten beiden Ziffern das
Produktionsjahr. 0100 bedeutet dementsprechend z.B., dass der Reifen in der
1.Kalenderwoche 2000 hergestellt wurde.
Winter- und Ganzjahresreifen sind zusätzlich noch durch die Bezeichnung
"M+S" gekennzeichnet.
Runderneuerte Reifen müssen entsprechend mit der Aufschrift "runderneuert",
"retread" oder "retreaded" gekennzeichnet sein. Das Erneuerungsdatum ist
analog dem Herstellungsdatum anzugeben.
Darüber hinaus finden sich auf einigen Reifen weitere Kennzeichnungen,
z.B.
"rotation" — diese Reifen sind laufrichtungsgebunden
E-Nummer, z.B. E4. Dieses Zeichen ist ein Genehmigungszeichen. Reifen mit
dieser Kennzeichnung erfüllen die europäischen Richtlinien, die Zahl steht
für das Land, in dem die Prüfung durchgeführt wurde, hier 4 = Niederlande.
Seit dem 1. Oktober 1998 produzierte, müssen diese E-Markierung aufweisen.
Montierte Reifen, die eine entsprechende Kennzeichnung nicht besitzen,
führen zum Erlöschen der Allgemeinen Betriebserlaubnis des Fahrzeugs!
Welche Reifen für Ihr Fahrzeug zugelassen sind, steht im Fahrzeugschein.
Lagerung
Zumeist sind es im Sommer die Winterreifen und in den Wintermonaten die
Sommerpneus, die bis zum Wiedereinsatz gelagert werden müssen. Am
einfachsten ist es für den Autofahrer, wenn er seine Reifen/Räder dem
Reifenfachhandel überlässt. Gegen eine geringe Gebühr werden die Reifen dort
nicht nur ordnungsgemäß gelagert, sondern auch gereinigt und auf
Beschädigungen geprüft.
Möchten Sie Ihre Reifen selbst einlagern, dann sollten Sie die folgenden
Tipps beherzigen:
- Vor dem Abnehmen der Reifen die Laufrichtung und die Position
markieren:
- VR = vorne rechts
- VL = vorne links
- HR = hinten rechts
- HL = hinten links
- Entfernen Sie eventuelle Splitreste aus den Profilrillen.
- Wählen Sie einen trockenen, kühlen Lagerraum, der frei ist von Benzin,
Öl, Fett oder Chemikalien.
- Stapeln Sie Reifen auf Felgen liegend — am besten auf einer flachen
Holzpalette. Reifen ohne Felgen sollten Sie senkrecht stellen und von Zeit
zu Zeit drehen.
Luftdruck/Reifenfülldruck
Viele Reifenschäden und Unfälle werden durch einen falschen Reifenfülldruck
ausgelöst. Doch der Luftdruck hat auch entscheidenden Einfluss auf den
Reifenverschleiß und den Kraftstoffverbrauch.
Gerade zu geringer Luftdruck an einem oder mehreren Rädern hat nicht
unerhebliche ökonomische und ökologische Auswirkungen:
- Ein Minderdruck von 0,2 bar führt zu einem Prozent mehr Spritverbrauch
und einer 10 Prozent geringeren Reifenlebensdauer.
- Bei 0,4 bar Minderdruck hat dies einen zwei Prozent höheren
Spritverbrauch und eine 25 Prozent geringere Lebensdauer zur Folge.
- 0,6 bar Minderdruck gar erhöht den Benzinverbrauch um vier Prozent und
reduziert gleichzeitig die Lebensdauer des Reifens um 45 Prozent.
Nach Aussage US-amerikanischer Reifenhersteller werden wegen zu niedrigen
Luftdrucks — 28 Prozent der US-Bürger fahren angeblich mit Minderluftdruck —
auf amerikanischen Straßen täglich 6,1 Millionen $ verschwendet.
Darüber hinaus ist zu geringer Luftdruck höchst gefährlich. Durch die
verstärkte Walkarbeit des schlappen Reifens erhitzt er sich übermäßig und
kann im Bereich der Karkasse (des Reifenunterbaus) bis zu 130 °C heiß
werden, was im schlimmsten Fall zum Platzen des Reifens führen kann.
Den vom Fahrzeughersteller vorgeschriebenen Luftdruck finden Sie in der
Bedienungsanleitung des Fahrzeugs und z.B. in der Tankklappe oder am Türholm
vermerkt. Der Luftdruck sollte bei jedem Tankstopp, mindestens aber alle
vier Wochen überprüft werden. Die Prüfung muss am kalten Reifen durchgeführt
werden, da wärmere Reifen einen höheren Druck aufweisen. Deshalb nie aus
einem warmen Reifen Luft ablassen!
Und vergessen Sie nicht den Reservereifen, denn im Notfall brauchen Sie
ihn dringend und dann sollte er auch einsatzbereit sein!
Matchen
Es gibt bei Rädern und Reifen sogenannte Rundlauftoleranzen. Treffen zwei
Spitzen nun zufällig direkt aufeinander, dann kann "matchen" helfen. Dazu
wird zunächst die Luft aus dem Reifen abgelassen und der Reifen auf der
Felge um jeweils eine Viertelumdrehung weitergezogen, bis Seiten- oder
Höhenschlag minimiert sind (Seitenschlag = Abweichung vom Rundlauf in
horizontaler Richtung, Höhenschlag = Abweichung in vertikaler Richtung).
In ganz extremen Fällen von Höhenschlag ist ein Harmonisieren nötig.
Hierbei wird mit einer speziellen Maschine der Höhenschlag durch Abfräsen
von Laufflächengummi verringert oder ganz beseitigt. Produktionsfehler
dieser Art kommen allerdings heutzutage kaum noch vor.
Mischbereifung
Streng genommen ist nach dem Gesetzestext der
Straßenverkehrszulassungs-Ordnung (StVZO, § 36) nur die Montage von Reifen
unterschiedlicher Bauart unzulässig, sprich: Radial- und Diagonalreifen
dürfen nicht an einem Fahrzeug zum Einsatz kommen.
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff "Mischbereifung" aber auch
verwendet, wenn man an die gleichzeitige Montage von Sommer- und
Winterreifen denkt oder an die Verwendung unterschiedlicher Profile,
Reifengrößen, Fabrikate etc. Gänzlich verboten ist hiervon die Montage
unterschiedlicher Reifengrößen — Ausnahme: Montage des Notrades im
Pannenfall zur Fahrt in die Werkstatt. Eine weitere Ausnahme gibt es bei
einigen Sportwagenmodellen, hier ist aber ausdrücklich im Kfz-Schein
vermerkt, dass vorne und hinten unterschiedlich große Reifen zu verwenden
sind.
Auch wenn es nicht ausdrücklich verboten ist, empfehlen Reifenexperten
und Fahrzeughersteller, ausschließlich Reifen gleichen Fabrikats und
gleicher Profilausführung zu verwenden.
Besonders gravierende Änderungen im Fahrverhalten können auftreten, wenn
gleichzeitig Sommer- und Winterreifen montiert werden. Die jeweiligen
Stärken dieser Reifen sind für die besonderen Einsatzbedingungen ausgelegt.
Je nach Fahrbahnzustand und Einsatzbedingungen kommt es bei gemischtem
Einsatz dann vor, dass die eine Reifensorte noch sicher greift, während die
andere ihr Limit an Haftfähigkeit erreicht oder gar schon überschritten hat.
Auf winterlich glatter Fahrbahn bricht die mit Sommerreifen bestückte Achse
zwangsläufig früher aus und blockiert beim Bremsen sofort.
M+S-Reifen
Die rechtzeitige Umrüstung von Sommer- auf Winterreifen sollte für jeden
Autofahrer selbstverständlich sein. Rechtzeitig heißt: Vor dem ersten
Schnee!
Moderne Winterreifen sind nämlich so konzipiert, dass sie nicht nur
problemlose Fahrten bei Reifglätte und Schnee ermöglichen, sondern ihre
besonderen Eigenschaften bereits bei Temperaturen ab 7° C zum Tragen kommen.
Sommerreifen verlieren aufgrund ihrer Gummimischung bei niedrigen
Temperaturen an Grip und Haftung, längere Bremswege sind die Folge — auch
auf trockenen oder nassen Straßenbelägen. Die Bremswege auf Schnee sind mit
Winterreifen bis zu 20 Prozent kürzer als mit Sommerreifen. Bei Breitreifen
setzt dieser Effekt sogar schon bei 10° C ein. Übrigens helfen da auch ABS,
ESP oder TCS nicht, denn sie stellen lediglich elektronische Helfer dar.
Winterreifen ersetzen sie nicht.
Wichtig ist allerdings, dass die Winterreifen über eine ausreichende
Profiltiefe verfügen. Liegt diese bei unter 4 mm, steigt die
Aquaplaninggefahr deutlich an, die Traktions- und Bremskraftübertragung
nehmen deutlich ab, die Fahreigenschaften erreichen nur noch
Sommerreifenniveau.
Autofahrer, die aufs Geld achten, sollten darüber hinaus bedenken, dass
viele Versicherungen die vollständige Haftung im Schadenfall bei falscher
Saison-Bereifung ablehnen. Ein Unfall bei winterlichen Straßenverhältnissen
bedeutet dann nicht nur Ärger, sondern kann auch empfindlich ins Geld gehen!
Für die Montage der Winterreifen sind folgende Regeln wichtig:
- Montieren Sie M+S-Reifen auf alle Räder und nicht nur auf eine Achse.
- Nach jeder Montage müssen die Räder neu ausgewuchtet werden.
- Ein Aufkleber, der im Blickfeld des Autofahrers im Fahrzeug angebracht
sein muss, weist darauf hin, wenn die Höchstgeschwindigkeit der
Winterreifen unter der Höchstgeschwindigkeit des Autos liegt.
Den richtigen Luftdruck für Winterreifen finden Sie in der
Bedienungsanleitung des Fahrzeugs.
Früher gab es Luftdruckzuschläge für Winterreifen, man sprach von einer
Druckerhöhung um 0,2 bis 0,3 bar gegenüber den größengleichen Sommerreifen.
Dies gilt heute nicht mehr! Bei den heutigen modernen, teilweise "schnellen"
Winterreifen bis zu 240 km/h ist es erforderlich, die volle Aufstandsfläche
des Reifens zu nutzen. Dies um auch die wesentlich verbesserten Trocken- und
Nassfahreigenschaften der modernen Winterreifen auf die Straße zu
übertragen.
Reifen, Rad-/Reifensysteme mit Notlaufeigenschaften
und Luftdruck-Kontrollsyteme
Diese "Sicherheitswächter" rücken - nicht zuletzt durch die zunehmende Zahl
an Fahrzeugtypen und -modellen, die serienmäßig mit solchen
Sicherheits-Features ausgestattet sind - mehr und mehr in das Blickfeld der
Öffentlichkeit. Während Luftdruck-Kontrollsysteme bei Fahrzeugbetrieb
permanent den Reifendruck überprüfen und bei Abweichungen vom
eingespeicherten Sollwert Alarm geben, sollen Reifen bzw. Rad-/Reifensysteme
mit Notlaufeigenschaften maximale Sicherheit im Fall einer Reifenpanne
garantieren und zudem das Mitführen eines Reserverades entbehrlich machen.
Bis zu 200 km können die pannensicheren Reifen mit vorgeschriebener
Maximalgeschwindigkeit von 80 km/h bis zur nächsten Werkstatt rollen. Kein
Reifenwechsel am Pannenort mehr, mehr Platz im Kofferraum, geringere
Benzinkosten infolge Gewichtsersparnis - so die Argumente pro
Notlauf-System. Kehrseite der modernen Technik: Hoch komplizierte Elektronik
zeichnet diese neuen Sicherheitswächter aus, so dass für Pflege und Wartung
unbedingt der Weg zum Spezialisten gemacht werden muss.
Profil
Die Sicherheit, besonders bei Nässe, Matsch und Schnee, hängt vom Profil des
Reifens ab, insbesondere von der Profiltiefe. Pkw-Neureifen verfügen über
ca. 9 mm Profiltiefe. Gesetzlich vorgeschrieben (§ 36
Straßenverkehrszulassung-Ordnung) ist eine Mindestprofiltiefe von
1,6 mm.
Ob diese Minimalgröße erreicht ist, kann man an einem Abnutzungsindikator
(Stege in den Profilrillen) ablesen. Wo diese Stege sich befinden, ist mit
dem Kürzel "TWI" (Tread Ware Indikator) oder z.B. bei Michelin-Reifen mit
dem Michelin-Männchen gekennzeichnet. Sind diese Stege deutlich sichtbar und
auf einer Höhe mit dem Restprofil, ist das Mindestmaß von 1,6 mm erreicht.
Autofahrern, deren Reifen diese Profiltiefe nicht mehr aufweisen, drohen
bei einer Polizeikontrolle ein Bußgeld von 50,- € (dem Fahrzeughalter gar
75,- €) sowie jeweils drei Punkte ins Flensburg. Zu den genannten Bußgeldern
kommt noch eine Bearbeitungs- und Zustellgebühr von wenigstens 25 €.
Doch darauf sollten es Autofahrer nicht ankommen lassen. Experten
empfehlen:
- Austausch von Pkw-Sommerreifen bei einer Restprofiltiefe von
2 mm
- Breitreifen sollten 3 mm nicht unterschreiten
- Winterreifen verlieren ihre Wirkung bereits bei einem Restprofil von
4mm
Ein Autofahrer, der seine Reifen bis zur zugelassenen Verschleißgrenze
abfährt, handelt zwar nicht gesetzeswidrig, riskiert aber seinen
Versicherungsschutz. In einem solchen Fall, so befand das Landgericht
Itzehoe, gilt ein Unfall auf regennasser Fahrbahn als "grob fahrlässig
herbeigeführt".
Radmuttern/Anzugsdrehmoment
Nicht immer gilt für das Anziehen von Schrauben "möglichst fest = möglichst
sicher". Werden Radschrauben und -muttern zu fest oder ungleichmäßig
angezogen, kann es zu Verformungen am Radträger, an der Bremsscheibe und an
der Felge kommen. Richtig angezogen werden Schrauben oder Muttern über Kreuz
mit einem Drehmomentschlüssel. Diesen erhält man mit werksseitig
voreingestelltem Anzugsmoment im Kfz-Zubehörhandel.
Die Anzugsmomente für Leichtmetall- und Stahlfelgen sind aber nicht für
alle Fahrzeuge gleich. Es empfiehlt sich eine gründliche Lektüre der
individuellen Bedienungsanleitungen. Weniger aufwendig und sicherer ist es,
diese Aufgabe dem Reifenfachmann zu überlassen.
Er übernimmt auch gerne das notwendige Nachziehen der Radmuttern nach
einer gewissen Fahrstrecke — nach mindestens 20 km, maximal 200 km.
Regroovable
Ist auf einer Reifenflanke der Begriff "regroovable" einvulkanisiert, so
bedeutet dies, dass der Reifen nachgeschnitten werden kann. D.h. die
Profilrillen können bis zum Profilgrund vertieft werden. Auf Pkw-Reifen wird
man dieses Wort nicht entdecken können, denn der Gebrauch nachgeschnittener
Pkw- und Zweiradreifen ist gesetzlich untersagt.
Für Nutzfahrzeugreifen hingegen kann das professionelle Nachschneiden der
Profilrillen eine deutliche Verlängerung des Reifenlebens bedeuten. Die
Reifenhersteller haben dies bei der Konstruktion der Reifen berücksichtigt,
und das Nachschneiden der Profile durch den Fachmann ist nur nach ihren
Anweisungen zulässig.
Reifenkauf/Montage
Welche Reifen für Ihren Pkw zugelassen sind, steht im Fahrzeugschein. Kaufen
und montieren Sie nur Reifen, die im Fahrzeugschein für ihr Kfz zugelassen
sind, sonst erlischt die Betriebserlaubnis für Ihr Fahrzeug.
Grundsätzlich gilt: Der Austausch von Reifen sollte mindestens achsweise
erfolgen. An einer Achse sollten keine Reifen verschiedener Hersteller, mit
unterschiedlichen Profilen oder unterschiedlicher Profiltiefe verwendet
werden, denn das könnte die Fahr- und Bremseigenschaften des Fahrzeugs
beeinträchtigen.
Reinforced
Pkw-Reifen mit dieser Bezeichnung sind verstärkt, d.h. sie sind Produkte für
Kombis oder Vans mit höherer Tragfähigkeit als normale Reifen. Gleiches gilt
für die Aufschrift "XL — Extra Load" (auch bei V-Winterreifen).
Welche Reifen für Ihr Fahrzeug zugelassen sind, steht im Fahrzeugschein.
Reifenschäden/Reparatur
Moderne Reifen sind zwar sehr belastbar, aber natürlich nicht gegen im
Gebrauch zugefügte Beschädigungen gefeit. Die Zahl der Autounfälle, die
ursächlich auf technische Schäden und Wartungsmängel an der Bereifung
zurückzuführen sind, ist noch immer hoch. Im Jahr 1999 starben 37 Personen
und 2.405 wurden verletzt, weil Reifenschäden zu einem "schwerwiegenden
Unfall" mit einem Kraftfahrzeug geführt hatten.
Die Ursachen der häufigsten Defekte:
- zu geringer Reifenfülldruck
- Beschädigungen durch das Überfahren z.B. von Bordsteinkanten
- Beschädigungen durch Fremdkörper
- Beschädigungen durch Hochdruckreiniger
- Beschädigungen durch Öl und Kraftstoff
Viele Beschädigungen sind mit bloßem Auge auch für den Laien zu erkennen.
Machen Sie sich deshalb die Mühe und sehen Sie sich Ihre Reifen von Zeit zu
Zeit genau an. Auch der Reifenfachhandel bietet kostengünstig Reifenchecks
an! Verdächtige Zeichen sind Schnitte, Risse, Beulen oder herausgebrochene
Profilstücke. Natürlich auch eingedrungene Fremdkörper wie z.B. Nägel. Sehr
häufig stellt man unregelmäßige Abnutzungen der Laufflächen fest. Die
Ursachen hierfür liegen meist beim Fahrwerk oder bei der Lenkung. Aber auch
die Bremsen oder eine Unwucht des Rades können eine solche Erscheinung
auslösen. Stellen Sie irgendwelche Beschädigungen oder Besonderheiten an
Ihren Reifen fest, sollten Sie schnellstmöglich einen Reifenfachbetrieb
aufsuchen.
Bei einigen Reifenschäden ist eine Reparatur möglich und spart somit Geld
und Ressourcen. Doch es lässt sich nicht pauschal sagen, welche Verletzungen
reparabel sind, ohne Abstriche bei der Sicherheit des Fahrzeugs machen zu
müssen. Häufig ist aber ein Austausch des defekten Reifens unumgänglich.
Letztendlich beurteilen kann dies aber nur der Fachmann!
Retreadable
Auf vielen Pkw- und Lkw-Reifen liest man das Wort "retreadable". Aus dem
Englischen übersetzt bedeutet dies "runderneuerbar". Sind die Reifen
abgefahren, der Reifenunterbau (Karkasse) aber unversehrt, so können derart
gekennzeichnete Reifen runderneuert werden.
Runderneuerung
Ca. 50 Prozent aller montierten Reifen auf Nutzfahrzeugen sind runderneuert,
bei Pkw ist der Anteil bedeutend kleiner: Bei Sommerreifen wird der Anteil
auf ca. 5 Prozent, bei Winterreifen immerhin auf 15 bis 20 Prozent
geschätzt.
Zwei Gründe für den Einsatz von Runderneuerten sind sicherlich
hervorzuheben:
- der Preis
Im Vergleich zu Markenneureifen sind Runderneuerte, je nachdem welche
Dimension eingesetzt wird, zwischen 30 und 45 Prozent preiswerter.
- der Beitrag zum Umweltschutz
Bei der Reifenerneuerung wird ein großer Teil des abgefahrenen Reifens
wiederverwendet, da ja lediglich der Laufstreifen erneuert wird. Damit
wird die Karkasse mit der Runderneuerung einem zweiten Leben zugeführt und
muss für weitere Jahre nicht verbrannt oder anderweitig vernichtet werden.
Das schont natürlich auch die Umwelt — weniger Altreifen müssen entsorgt
werden, und bei der Runderneuerung werden Ressourcen gespart — 70 Prozent
werden im Runderneuerungsprozess im Gegensatz zur Neureifenproduktion
eingespart.
Gerade beim Einsatz von runderneuerten Lkw-Reifen dürfte der Kostenaspekt
die Hauptrolle spielen, denn diese Reifen kosten nur circa die Hälfte des
Neureifenpreises. Bei Pkw-Reifen spielt dieses Argument seit einigen Jahren
nicht mehr die Hauptrolle, denn in großer Zahl sind Neureifen, vor allem aus
Fernost, zu äußerst niedrigen Preisen auf dem Markt. Diese werden von vielen
gekauft, ohne auf die tatsächliche Qualität zu achten.
Dabei brauchen sich qualitätserneuerte Reifen, insbesondere der Marken
Rigdon, Securo, Condor und Ökon, nicht hinter den Neureifen zu verstecken.
Sie stammen aus den Betrieben, die sich in der Arbeitsgemeinschaft
industrieller Runderneuerung (AIR) im Bundesverband Reifenhandel und
Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV) organisiert haben, um gemeinsam höhere
Standards der Qualitätssicherung im Runderneuerungsprozess zu setzen. Ihre
Qualität und Sicherheit ist meist besser als die von billigen Import-Reifen
und auch dem Vergleich zu Markenreifen halten sie Stand. Dennoch haftet
ihnen das Vorurteil mangelnder Laufleistung und Sicherheit an.
Ein Blick hinter die Kulissen soll hier Aufklärung bringen:
- Bevor eine Karkasse, also ein abgefahrener Reifen, zur Runderneuerung
zugelassen wird, muss die Eingangsprüfung überstanden werden — hier werden
die bereits vorsortierten Altreifen nochmals optisch geprüft. Reifen, die
äußere Beschädigungen aufweisen, werden aussortiert. Nur 30 Prozent aller
anfallenden Altreifen passieren die Eingangskontrolle.
- Computergesteuerte Raumaschinen entfernen den alten Laufstreifengummi
millimetergenau vom Reifenunterbau, der dabei natürlich nicht beschädigt
werden darf.
- Kleinste Unregelmäßigkeiten im Unterbau der Karkasse, die nach dem
Abrauen sichtbar werden, führen zum unwiderruflichen "Aus".
- Schablonengesteuerte Beleg-Extruder bringen die Rohgummimischung auf,
die in der Zusammensetzung der von Neureifen entspricht.
- Die Reifenrohlinge werden nochmals vermessen und der jeweils richtigen
Heizpresse zugeführt. Unter Druck (ca. 15 bar) und bei einer Temperatur
von ca. 160° C bekommt der Reifen sein neues Profil.
- Bevor der Reifen die Produktion verlässt, wird er ein fünftes und
letztes Mal geprüft. Nur wenn alles hundertprozentig stimmt, kommt der
Reifen in den Verkauf.
Qualitätserneuerte Reifen, die Sie übrigens an einem TÜV Signet auf der
Reifenflanke erkennen können, werden übrigens den gleichen Tests unterzogen,
die auch Neureifen erfüllen müssen — dazu gehören Schnelllauftests,
Langlauftests und Tests, bei denen der Reifen bis an seine Belastungsgrenze
strapaziert wird. Darüber hinaus ist ihre Produktion durch EU-Richtlinien
reglementiert.
Tragfähigkeit/Load-Index
Die zulässige maximale Tragfähigkeit eines Reifens ist verschlüsselt an der
Reifenkennzeichnung abzulesen.
Beispiel: 195/65 R 15 91 H
"91" steht für 615 kg
Reifenfülldruck, Tragfähigkeits- und Speedindex stehen immer in direkter
Beziehung. Die Tragfähigkeit eines Reifens steigt mit dem Fülldruck und/oder
einer reduzierten Geschwindigkeit.
Die Dachlasten des Pkws und Stützlasten des Anhängers sind dringend zu
beachten. Extrem gefährlich für Reifen ist das Auftreten eines oder mehrerer
der folgenden Kriterien:
- Überschreiten der zulässigen Traglast
- zu geringer Luftdruck
- hohe Geschwindigkeit
- hohe Außentemperaturen
Es ist daher wichtig, das Fahrzeug nicht zu überladen. Bei Urlaubsfahrten
mit voller Beladung sollte der Luftdruck auf den angegeben Höchstwert
eingestellt werden (siehe Betriebsanleitung).
Welche Reifen für Ihr Fahrzeug zugelassen sind, steht im Fahrzeugschein.